Montag, 15. September 2025

Historischer Roman: 3 Frauen in Hindel-Bank

Mari(oar)a Popescu, auch Popesco (* 4. September 1919 in Bukarest; † 3. November 2004 im Kanton Wallis) war Opfer eines Schweizer Justizskandals. Manche sehen ihr Beispiel als charakteristisch für die Verflechtungen maskuliner Vorstellungen von weiblicher Subjektivität und ihren Einfluss auf soziale Praktiken, in diesem Fall die Objektivität der Rechtsprechung.

Mariella Mehr (* 27. Dezember 1947 in Zürich; † 5. September 2022 ebenda]) war eine Schweizer Schriftstellerin aus der Gruppe der Jenischen

Das Schreiben der Mariella Mehr (1947–2022) war gleichbedeutend mit dem Kampf gegen die Menschenverachtung, die sie als Jenische seit ihrer Jugend erfahren hatte. Ihre kraftvolle, oft brüskierende Sprache setzte sie immer für die Unterdrückten und Machtlosen ein. Mariella Mehr starb am 5. September in Zürich.

In ihren Büchern stand neben ihrem Erstlingswerk «Steinzeit», in dem sie traumatische Erlebnisse ihrer Jugend thematisiert, immer wieder Unrecht, das andern angetan getan wurde im Zentrum. Sie schrieb von misshandelten Kindern, Opfern von Behördengewalt, Psychiatriepatientinnen und -patienten. Sie sagt zu ihrem Schreiben: «Ich musste in meinen Büchern töten, damit ich nicht in Wirklichkeit töten musste.»

https://www.journal21.ch/artikel/zum-tod-der-schriftstellerin-mariella-mehr

Gabriele Kröcher-Tiedemann (* 18. Mai 1951 in Ziegendorf in Mecklenburg; † 7. Oktober 1995) war eine deutsche Terroristin aus dem Umfeld der West-Berliner Haschrebellen. Sie war 1972 in Berlin Gründungsmitglied der Bewegung 2. Juni. Nach verschiedenen Straftaten wurde sie 1975 wegen versuchten Mordes zu acht Jahren Gefängnis verurteilt, von Gesinnungsgenossen freigepresst, 1977 in der Schweiz erneut verurteilt, 1989 wiederum des Mordes angeklagt und mangels Beweisen freigesprochen, und schließlich 1991 aus der Haft entlassen.




Humaner Vollzug in der Schweiz: Frauengefängnis Hiindelbank und 3 berühmte Insassinnen

 

Die JVA Hindelbank ist die einzige Justizvollzugsanstalt für Frauen in der deutschsprachigen Schweiz. Sie dient dem Straf- und Massnahmenvollzug mit Frauen im geschlossenen und offenen Bereich.

Die JVA Hindelbank verfügt über eine Aussenwohngruppe ausserhalb der Justizvollzugsanstalt. Sie bietet Platz für 10 Frauen. Je zwei bis drei eingewiesene Frauen teilen sich eine Wohnung. Die Aussenwohngruppe eröffnet den eingewiesenen Frauen die Möglichkeit in einem offenen Rahmen ein Übungsfeld mit Blick auf die bevorstehende Entlassung.

Die eingewiesenen Frauen bewerkstelligen ihren Alltag selbständig (mit/ohne Kind) und gehen in der Regel einer externen Arbeit nach (externe Beschäftigung und Arbeitsexternat). Die Begleitung erfolgt durch Wohn- und Jobcoach. Es darf keine akute Suchtproblematik vorliegen.

Nachdem in den ehemaligen Schlossgebäuden zuerst eine Armenanstalt für Frauen untergebracht war, erfolgte 1896 eine Umwandlung in eine Zwangsarbeitsanstalt für Weiber. 1912 wurde diese zur Arbeits- und Strafanstalt für Frauen und später zu den Anstalten Hindelbank

Mariella Mehr, deren Sippe das Thema der Arbeit war, ist überzeugt, dass die Dissertation schon Jahre vor ihrer wissenschaftlichen Anerkennung Folgen hatte und eine Rechtfertigung für die Aktionen der Kinder der Landstrasse lieferte. Deren erste Version sei bereits an psychiatrischen Kliniken benutzt worden.

Schon seine Vorgänger Josef JörgerJohann Benedikt Jörger und Gottlob Pflugfelder beschäftigten sich intensiv mit Jenischen. Josef Jörger sah bei Jenischen «ein vom Urahn begründetes, vom Ahnen gehäuftes, unheilvolles Erbe von moralisch-ethischem Schwachsinn». Dieses «unheilvolle Erbe» gelte es durch Einsperrung, frühe Kindswegnahmen, Verhinderungen von Ehen der Jenischen untereinander «auszugleichen». In der Klinik Waldhaus wurden unter den vier genannten Direktoren viele Jenische interniert. Die Klinik führte unter Fontana die «psychiatrischen Familiengeschichten» Jörgers über Jenische anhand nachgeführter und auf andere Familien ausgeweiteter Stammbäume weiter.

Schriftstellerinnen unter Kuratel und in psychiatrischen Heilanstalten: Robert Walser 1878 bis 1956

 

Robert Walser (* 15. April 1878 in BielKanton Bern; † 25. Dezember 1956 nahe HerisauKanton Appenzell Ausserrhoden) war ein deutschsprachiger Schweizer Schriftsteller.

Walser verfasste vier Romane – Jakob von GuntenGeschwister TannerDer Gehülfe und Der Räuber –, die längere Erzählung Der Spaziergang sowie Kurzgeschichten und Essays. Er gilt als bedeutender Vertreter der literarischen Moderne und der sogenannten Angestelltenliteratur. Seine unkonventionellen, teils rätselhaft wirkenden Werke wurden von Zeitgenossen wie Walter BenjaminHermann HesseFranz KafkaRobert Musil und Kurt Tucholsky geschätzt. Trotz Anfangserfolgen blieb Robert Walser der kommerzielle Durchbruch verwehrt. Den größten Teil seines Lebens verbrachte er in Armut. Nach psychischen Problemen lebte er von 1929 bis zu seinem Tod in Heil- und Pflegeanstalten. Heute gilt er als einer der wichtigsten Schweizer Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, und sein Werk wird international rezipiert.


https://de.wikipedia.org/wiki/Campus_Bolligenstrasse_der_UPD_Bern


auf Initiative des damaligen Malermeisters Otto Frick entstand die Kunstwerkstatt Waldau als Verein, um Psychiatriepatienten mit kunsttherapeutischer Erfahrung nach der Entlassung eine weitere Betätigung dank den zur Verfügung gestellten Ateliers zu ermöglichen.

Werkstatt Holzplatz, Werkstätten Bern des Zentrums Psychiatrische Rehabilitation, 2020 neu aufgebaut, nachdem 2010 ein Brand das alte Gebäude zerstört hat