Die Entmündigte Republik
1919 – Le
Reste c´est l´Autriche
Manchmal denkt man sich: Vielleicht ist es gar kein
Zufall, dass es gerade in Österreich so viele Entmündigungen, vor allem
Massenentmündigungen in Pflegeheimen, aber auch Entmündigungen aus politischen
Gründen gibt.
Dabei denkt man ganz unwillkürlich an den unglückseligen
Priester und Bundeskanzler der 1. Republik Ignaz Seipel.
George Clemenceau (Bild) höhnte Österreich als den "Rest, der übrig bleibt", ("L'Autriche, c'est qui reste"), und die politischen Führer nannten es "Deutsch-Österreich" und wollten eine Provinz der Deutschen Republik daraus machen.
Nur der Friedensvertrag von St. Germain hinderte die "Staatsgründer wider Willen" (Karl Renner) daran. Die an der Macht befindlichen Parteien - links oder Rechts - wollten jedoch trotz aller Gegensätze weiterhin den "Anschluß" und glaubten nicht an die Lebensfähigkeit des klein geworden en Österreich. Vehementester Gegner dieser Politik war Kaiser Karl, der am 11. November 1918 zwar nicht auf seinen Thron, aber auf die Beteiligung an den Regierungsgeschäften verzichtet hatte. Der 12. November 1918 gilt daher als Gründungstag der Republik Österreich. (Quelle:Maximiliana Wien)
George Clemenceau (Bild) höhnte Österreich als den "Rest, der übrig bleibt", ("L'Autriche, c'est qui reste"), und die politischen Führer nannten es "Deutsch-Österreich" und wollten eine Provinz der Deutschen Republik daraus machen.
Nur der Friedensvertrag von St. Germain hinderte die "Staatsgründer wider Willen" (Karl Renner) daran. Die an der Macht befindlichen Parteien - links oder Rechts - wollten jedoch trotz aller Gegensätze weiterhin den "Anschluß" und glaubten nicht an die Lebensfähigkeit des klein geworden en Österreich. Vehementester Gegner dieser Politik war Kaiser Karl, der am 11. November 1918 zwar nicht auf seinen Thron, aber auf die Beteiligung an den Regierungsgeschäften verzichtet hatte. Der 12. November 1918 gilt daher als Gründungstag der Republik Österreich. (Quelle:Maximiliana Wien)
Nachdem in den Verträgen von St. Germain und Versailles
aus der Habsburger-Monarchie ein kleiner Rest als Republik Deutsch-Österreich
bestimmt wurde („der Rest ist Österreich“) musste Prälat Seipel in Genf (Genfer
Protokolle) die letzten Kastanien aus dem Feuer holen.
In Österreich herrschte unvorstellbare Armut, die ein
britischer Gesandter auf einer Zugreise durch Österreich nach dem 1. Weltkrieg
anschaulich beschrieb. Viele Kinder starben an der Spanischen Grippe, darunter ein Enkel von Sigmund Freud.
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| Prälat Ignaz Seipel, Bundeskanzler der 1. Republik Österreich |
Österreich wurde also bereits durch die Verträge nach dem
1. Weltkrieg entmündigt.
Die Siegermächte (Alliierte) bestimmten die Grenzziehung.
Die Regierenden waren, wie dann auch 1945, nur Hampelmänner der Siegermächte
des 1. Weltkriegs:
- USA
- Großbritannien
- Russland
- Frankreich
Im Hintergrund wurde dann aber schon der 2. Weltkrieg
geplant durch geförderte Massenarbeitslosigkeit und den geplanten Aufstieg
eines Diktators aus Braunau am Inn. Bereits Anfang der 1930-er Jahre zahlten
die USA an Deutschland Millionen an Dollars für die Vorbereitung des 2.
Weltkriegs. Das ist ein ebenso trauriges Faktum.
Die armen ausgehungerten und "ausgesteuerten"
Menschen wussten nicht, dass ihnen bald ein noch schrecklicherer Krieg drohte
und dass sie in Massen instrumentalisiert werden sollten.
1938 wurde die Republik Deutsch-Österreich mit den
berühmten Worten des Kanzlers Schuschnigg an Nazi-Deutschland „angeschlossen“: "Gott schütze Österreich"
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| Kurt Schuschnigg, 1936 |
1945 – Wiedererrichtung der Republik unter Kuratel der
Besatzungsmächte
Viele Erzählungen von Verwandten, Bekannten und Freunden
gibt es aus diesen letzten Kriegsmonaten. Da musste eine Mutter in Marburg
(heute Maribor, Slowenien) unter Bombenhagel alleine im Februar 1945 ihr Kind
auf die Welt bringen und ging mit dem Neugeborenen zu Fuß von Maribor ins
nördliche Burgenland. Bauern schenkten ihr Milch. Der Vater war verschwunden.
Junge steirische Soldaten liefen in den Karawanken (heute
slowenisch-kärntnerisches Grenzgebiet) zu den englischen Besatzungsmächten
über.
Im Salzkammergut machten sich amerikanische Soldaten ein
schönes Leben, in dem sie die Gasthäuser und Hotels an Attersee, Wolfgangsee,
Mondsee etc. besetzten.
Die OststeirerInnen und BurgenländerInnen hatten weniger
Glück, sie wurden von den einmarschierenden russischen Soldaten en masse
vergewaltigt und teilweise ermordet.
Die Steiermark war über Wochen von fünf Besatzungsmächten
unter Kuratel gestellt. Fürchterliche Szenen spielten sich ab. Deutsche und
österreichische Soldaten wurden nach Russland bzw. ins heutige Ex-Jugoslawien
in Gefangenschaft bzw. kommunistische Konzentrationslager verschleppt, wo sie
teilweise eines grauenvollen Todes starben. Nur wenige kamen aus der
Kriegsgefangenschaft zurück.
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| Steiermark 1945: Umkämpft von fünf Besatzungsmächten |
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| Graz, Mai 1945: Russisches Besatzungsgebiet |
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| Graz, 15. Juni 1947: Arbeitsbestätigung Hotel Kaiserkrone unterzeichnet vom britischen Besatzungsoffizier |
10 Jahre war Österreich unter Besatzung, quasi unter
Kuratel: Von Mai 1945 bis Herbst 1955. Die Jungen Menschen, die heute in
Österreich leben, können sich kaum vorstellen, was für Entbehrungen die Kriegs-
und Nachkriegskinder auf sich nehmen mussten. Manche Stadtkinder waren bei
Bauern in Oberösterreich oder Niederösterreich untergebracht.
Wien 1945 bis 1955: Unter vierfacher Kuratel
Während also Österreich („die zweite Republik“) VIER
SACHWALTER erhielt (Sowjet-Union, Usa, Frankreich, Großbritannien, wurde Wien
ebenfalls in vier besachwaltete Zonen aufgeteilt!
Die Russen errichteten in der k&k Kurstadt Baden bei
Wien ihr Hauptquartier. Das waren oft primitive Soldaten aus einfachsten
Verhältnissen aus der russischen Steppe, die noch nie ein Water Closet gesehen
hatten. Deswegen sagt man noch heute im Bezirk Baden: „Das machen wir jetzt auf
russisch“.
Die Kriegsgeneration: mehrfach entmündigt
Neben Geschichtsfälschung muss also die Kriegs- und
Nachkriegsgeneration heute auch noch unter der Massen-Entmündigung in den
Pflege- und Altersheimen leiden.
Da wurde in Wien z.b. eine alte Jüdin entmündigt und in ein Heim
transferiert, die sich auch schon in der Nazi-Zeit verstecken musste.
Es ist eigentlich besonders traurig, dass gerade jene
Menschen, die unter großen Entbehrungen diese zweite Republik aufbauen mussten
(unter Kuratel von vier Besatzungsmächten von 1945 bis 1955) auch heute wieder
ihren Lebensabend entmündigt, enteignet und bestohlen durch
Massen-Entmündigungsgesetze (seit dem Budgetbegleitgesetz von 2009, wo der
Bevölkerung eingeredet wurde, dass es Sparmaßnahmen nötig machen, dass
Rechtsanwaltskanzleien via Nationalratsgesetzgebung Tausende von Mündel enteignen, entrechten, bestehlen und
entmündigen dürfen) verbringen müssen.
Gerade jene, die diese 2. Republik heldenhaft wieder
aufgebaut haben.
Manchmal ist das Leben für ganze Generationen einfach
sehr, sehr ungerecht.
Das ist sehr traurig.
Und unsere Politiker spielen mit oder müssen mitspielen.
Es scheint fast so, als würden gewisse Besatzungsmächte Österreich noch immer
als ihr Eigentum betrachten.






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